Gastkommentar

Sehr geehrter Herr Ortac,

Es ist lobenswert, dass Sie eine Homepage für die Bewahrung und Tradierung des Ezidentums in der Diaspora eingerichtet haben. Meine Bitte an Sie ist, dass Sie den Namen der Ezidis so schreiben, wie hier, also Ezidis und nicht „Yeziden“. Yezid war der Sohn des sunnitischen Muslim-Kalifen Muaawiyeh, der bei den schiitischen Muslims als „Verbrecher“ verfemt wird. Die kurdische Ezidi-Religionsgemeinschaft hat mit Yezid und dem Islam nichts zu tun. Die fanatischen Muslime unter den Arabern, Persern und Türken haben immer versucht, durch verschiedene Verleumdungen und durch Verdrehungen der Wahrheiten Ausreden zu schaffen, um die kurdische Kultur und das kurdische Geistesgut zu bekämpfen und zu vernichten.

Dazu gehört die Unterstützung der falschen Benennung der Glaubensrichtung, der Sie angehören. Die Richtigstellung des Namens ist eine Voraussetzung für die Selbstbehauptung. Das Ezidentum ist ein beachtliches und untrennbares Stück der kurdischen Kultur und des kurdischen Geistesgutes, dessen Bewahrung und Pflege die Aufgabe aller Kurden ist und nicht nur der Ezidi-Glaubensanhänger. Sie tun sich selbst und allen Kurden Gutes, wenn Sie auf Ihrer Homepage diese Sprachregelung einführten: Ezidi-Glaube, Ezidi (Einzahl), Ezidis (Mehrzahl), Ezidentum (analog zu Kurdentum).

Mit freundlichen Grüßen

Jemal Nebez


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